Ab heute motiviert

Angenommen wir gehen zum Zahnarzt, und er sagt: „Sie haben da ein kleines Loch im Zahn. Das müßte ich ausbohren und füllen, dann haben Sie wieder Ruhe.“ Das lassen wir (wenn auch nur ungern) über uns ergehen.
Wenn er sagen würde: „Sie haben wunderbare gesunde und feste Zähne. Ich habe gerade einen neuen Bohrer bekommen und weiß, daß er bei alten Zähnen funktioniert, aber ich würde ihn gern einmal bei festen Zähnen ausprobieren, darf ich mal?“

Wo ist der Unterschied?
Das eine macht Sinn und das andere nicht.
Der Sinn bestimmt darüber, was wir über uns ergehen lassen und was nicht.

„Er ist nur ein paar Wochen nach dem Tod seiner Frau gestorben.“
„Sie hat Selbstmord gemacht, weil sie keinen Sinn mehr im Leben gesehen hat.“
„Er ist in den Tod gerast, weil ihm sein Leben nichts mehr bedeutet hat.“
Das sind dramatische Auswirkungen.

Weniger dramatische sind:
„Er hat sich aufgegeben, weil er kein Fortkommen sieht.“
„Sie ist depressiv, weil ihr Freund sie verlassen will.“

Noch weniger dramatisch ist es, wenn wir uns einfach nicht aufraffen können, unser Leben zu ändern, obwohl wir genau wissen, daß wir etwas ändern sollten.

Macht es Sinn?
Kann ich an eine Verbesserung glauben?
Habe ich Grund zur Hoffnung?

Das „Ja“ oder „Nein“ bestimmt die Stärke der Motivation.

Die derzeitigen Lebensumstände bieten uns in vielen Situationen weniger Motivation, als das noch früher der Fall war. Früher fühlten sich
Familien-Mitglieder untereinander verantwortlich. Das kennen wir heute fast nur noch aus den sogenannten 3. Welt-Ländern.
Je mehr soziale Absicherung, umso weniger Verantwortungsgefühl füreinander. Die Scheidungsrate ist auch deshalb so hoch, weil Frauen abgesichert sind und nicht mehr nur deshalb die Ehe aufrecht erhalten, weil sie sonst „auf der Straße sitzen“.
Die „null Bock-Einstellung“ wäre undenkbar, wenn es ums reine Überleben ginge. Und die nicht gerade positive Einstellung zu „Erfolg“ in Deutschland basiert nicht nur auf Neid und Angst vor Neid, sondern auch darauf, daß im Erfolg kein motivierender Sinn gesehen wird.

Unsere ,eigentlich‘ traumhafte Zeit hat uns einen großen Nachteil gebracht. Früher war allein das „Für einander da sein“, das „Sich für den anderen verpflichtet fühlen“ein durchaus ausreichender Sinn im und für das Leben. Heute "braucht" mich niemand wirklich, heute kann das der Staat mit seinen vielen sozialen Leistungen übernehmen.

Dabei bleiben allerdings die wichtigsten Gründe auf der Strecke, die unserem Leben einen Sinn geben :
1. eine sinnvolle Aufgabe
2. zwischenmenschliche Beziehungen.

Beides brauchen wir, um den eigentlichen Zweck des Lebens erfüllen zu können, nämlich geistig zu wachsen oder reifer zu werden. Es geht darum, daß wir auf dieser Erde sind, um Fußspuren zu hinterlassen.

Einerseits brauchen wir die Fußspuren unserer Vorfahren, um nicht ganz ohne Erkenntnisse und Erfahrungen neu beginnen zu müssen, und andererseits brauchen wir das Gefühl, einen Beitrag für die Menschheit geleistet zu haben und wollen selbst auch Fußspuren hinterlassen, die für die Welt und Nachwelt einen Vorteil bringen - das macht Sinn!

Interessanterweise zeigen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen folgende Zusammenhänge:

1. Einsame Menschen haben eine wesentlich kürzere Lebenserwartung als Menschen mit sozialen Kontakten. Tabak, Alkohol und Cholesterin spielen eine untergeordnete Rolle! Soziale Kontakte machen also Sinn, Einsamkeit macht keinen Sinn!

2. Der Hauptschalter unseres Immunsystems wird mit dem Sinn oder Nicht-Sinn an- bzw, ausgeschaltet! Menschen, die einen Sinn im Leben sehen, haben eine wesentlich höhere Lebenserwartung und auch eine kürzere Gesundungszeit nach einer Krankheit oder Operation als Menschen, die keinen Sinn sehen. Wiederum spielen Tabak, Alkohol und Cholesterin eine untergeordnete Rolle! Unser Leben muß also Sinn machen! Macht Ihr Leben soviel Sinn, daß Sie eine tiefe Motivation in sich spüren, das Bestmögliche aus Ihrem Leben zu machen?

Alfred R. Stielau-Pallas
www.Pallas-Seminare.de

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